Das Italienische Exploitation-Kino – Vol. 1: Der Zombiefilm Vom Stiefel
Fulci, Mattei, Lenzi, D’Amato und die lebenden Toten der italienischen Genre-Hölle
Italiens Zombiefilm war schmutzig, opportunistisch, handgemacht, wild und oft hemmungslos. Nach dem Erfolg von George A. Romero griff das italienische Genrekino den modernen Untoten-Mythos auf und verwandelte ihn in eine eigene, drastische, morbide und bis heute faszinierende Filmbewegung.
Dieser bebilderte A4-Archivband widmet sich den Klassikern, Trittbrettfahrern und Grenzfällen des italienischen Zombiefilms: von „Das Leichenhaus der lebenden Toten“ und „Woodoo“ über „Ein Zombie hing am Glockenseil“ und „Über dem Jenseits“ bis zu „Zombies unter Kannibalen“, „Die Hölle der lebenden Toten“, „Großangriff der Zombies“, „Zombie III“ und „After Death“.
Kurzbeschreibung
„Das italienische Exploitation-Kino – Vol. 1: Der Zombiefilm vom Stiefel“ ist ein umfangreicher Dead-Ends-Archive-Band über die italienische Zombie-Welle der 1970er- und 1980er-Jahre. Das Buch verbindet Filmanalyse, Produktionsgeschichte, deutsche Kino- und VHS-Auswertung, Zensurhistorie, Synchronfassungen, Plakat- und Videokultur zu einem Archiv des italienischen Verwesungskinos.
Auf einen Blick
- Bebilderter A4-Archivband mit farbigem Innenteil
- Umfangreicher Blick auf die italienische Zombie- und Exploitation-Welle
- Mit Filmen von Lucio Fulci, Bruno Mattei, Umberto Lenzi, Joe D’Amato, Jorge Grau und weiteren Genre-Regisseuren
- Produktionsgeschichten, Darsteller, Spezialeffekte, Musik, Schauplätze und deutsche Synchronfassungen
- Kino, VHS, Indizierungen, Beschlagnahmen, Titelvarianten und Videothekenkult
📚 Was dich erwartet:
Romero als Auslöser – Italien als Verstärker
Der Band beginnt bei George A. Romero und dem Wandel des modernen Zombiefilms. Aus dem Voodoo-Diener wurde eine moderne Massenfigur: gesellschaftlich aufgeladen, körperlich brutal und offen für politische, ökologische und apokalyptische Deutungen. Genau hier setzte das europäische und besonders das italienische Genrekino an.
„Das Leichenhaus der lebenden Toten“
Jorge Graus spanisch-italienischer Beitrag verbindet Romero-Einfluss, Ökokritik, Polizeistaatsparanoia und moderne Untoten-Ästhetik. Der Film wird als früher europäischer Schlüsseltext des politisierten Zombiefilms eingeordnet.
„Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“
Lucio Fulcis „Zombi 2“ erhält breiten Raum: Voodoo-Mythos, Karibik-Atmosphäre, New-York-Rahmung, Sergio Salvatis Kameraarbeit, Fabio Frizzis Musik, Giannetto De Rossis Masken- und Splattereffekte, deutsche Kinoauswertung und VHS-Geschichte.
„Zombies unter Kannibalen“ und Joe D’Amatos Grenzbereiche
Das Buch widmet sich auch den schmuddeligen Randzonen des italienischen Genrekinos: Kannibalenfilm, Inselhorror, Erotik, Exploitation und jene seltsamen Mischformen, in denen der italienische Film besonders hemmungslos seine Marktlogik auslebte.
„Die Hölle der lebenden Toten“ und „Großangriff der Zombies“
Bruno Mattei und Umberto Lenzi stehen für die ruppigere, dreistere, manchmal unfreiwillig komische Seite des Genres: Seuchenfantasien, Großstadtpanik, Militär, Fernsehbilder, Epidemie-Ästhetik und jene Produktionsenergie, die aus knappen Budgets maximale Wirkung pressen wollte.
Fulcis Höllenzyklus
Mit „Ein Zombie hing am Glockenseil“ und „Über dem Jenseits“ verschiebt Fulci den Zombiefilm endgültig in Richtung Albtraumlogik, Höllenmythos, Körperzerfall und metaphysisches Grauen. Der Band untersucht, wie Fulci das Genre von der Insel in die Stadt, vom Friedhof in die Hölle und vom Exploitationfilm in eine surreale Todeslandschaft führte.
Spätphase, Nachzügler und Verfall der Industrie
„Die Rückkehr der Zombies“, „Zombie III“, „After Death“ und „Black Zombies“ zeigen, wie die italienische Zombie-Welle ausfranste, sich wiederholte, recycelte, variierte und dennoch einzelne bizarre, kultige oder erinnerungswürdige Momente hervorbrachte.
Deutsche Auswertung und Videothekenkultur
Ein zentrales Thema ist die deutsche Rezeption: Kinotitel, VHS-Fassungen, Synchronsprecher, Kürzungen, Indizierungen, Beschlagnahmen, Bootlegs und der Reiz des Verbotenen. Der Band betrachtet die Filme auch als Teil einer deutschen Horror- und Videothekenbiografie.
Der italienische Zombiefilm entstand aus einer besonderen Mischung: internationaler Markterfolg, knappe Produktionsbedingungen, schnelle Reaktionsfähigkeit, handwerkliche Improvisation, grafische Effektkunst und eine enorme Lust am Exzess. Als George A. Romero mit „Night of the Living Dead“ und „Dawn of the Dead“ den modernen Untoten-Mythos prägte, reagierte die italienische Filmindustrie mit jener Geschwindigkeit, für die sie berüchtigt und bewundert wurde. Aus Vorbildern wurden Variationen, aus Variationen wurden eigene Albträume.
„Das italienische Exploitation-Kino – Vol. 1: Der Zombiefilm vom Stiefel“ verfolgt diese Entwicklung von den frühen europäischen Vorläufern bis zu den späten Nachzüglern der 1980er-Jahre. Der Band betrachtet die Filme als Teil einer Produktionskultur, die zwischen Bahnhofskino, internationalem Verkauf, Videoboom, Zensurstreit, Splatterhandwerk und künstlerischer Eigenwilligkeit ihren Platz fand.
Im Zentrum steht Lucio Fulci, dessen Arbeiten den italienischen Zombiefilm bis heute prägen. „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“ verbindet karibischen Voodoo-Mythos, harte Körperlichkeit, New-York-Apokalypse und die ikonischen Maskeneffekte Giannetto De Rossis. „Ein Zombie hing am Glockenseil“ und „Über dem Jenseits“ führen das Genre weiter in surreale Höllenräume, in denen Logik zerfällt und der Tod weniger als biologische Tatsache erscheint denn als kosmische Seuche.
Daneben widmet sich der Band Filmen, die das Genre in andere Richtungen trieben: Jorge Graus „Das Leichenhaus der lebenden Toten“ als ökologisch und politisch aufgeladener europäischer Untotenfilm, Bruno Matteis „Die Hölle der lebenden Toten“ als dreister, fiebriger Epidemie-Exzess, Umberto Lenzis „Großangriff der Zombies“ als kontaminierter Großstadtpanikfilm, Joe D’Amatos Grenzgänge zwischen Erotik, Inselhorror und Exploitation sowie den späten Titeln, in denen die italienische Genrefilmindustrie bereits ihrem Niedergang entgegen taumelte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der deutschen Auswertung. Viele dieser Filme wurden durch Kinotitel, Synchronfassungen, VHS-Kassetten, gekürzte Fassungen, Indizierungen, Beschlagnahmen und Bootlegs Teil einer eigenen Fankultur. Wer sie in Videotheken suchte, auf Filmbörsen fand oder in dubiosen Fassungen kennenlernte, begegnete nicht nur Filmen, sondern einem ganzen System aus Verbot, Verheißung, Legende und Sammlertrieb.
Dieser Band versteht den italienischen Zombiefilm als mehr als eine Reihe blutiger Kuriositäten. Er zeigt eine Filmbewegung, in der sich ökonomische Not, ästhetischer Wagemut, moralische Panik, Handarbeit und morbide Poesie miteinander verbanden. Das Ergebnis ist ein Archiv des Verfalls: filmhistorisch, bildstark, schmutzig, widersprüchlich und bis heute lebendig.
Für wen ist das Buch bestimmt?
Dieses Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die den italienischen Horrorfilm nicht nur als blutige Kuriosität betrachten, sondern als eigenständige Filmkultur zwischen Handwerk, Marktinstinkt, Exzess und morbider Fantasie.
Geeignet ist der Band besonders für:
- Sammler von Horror-, Exploitation- und Genrefilmbüchern
- Fans von Lucio Fulci, Bruno Mattei, Umberto Lenzi, Joe D’Amato und Jorge Grau
- Liebhaber klassischer VHS-Horrorfilme und alter deutscher Videothekenkultur
- Leser, die sich für Indizierungen, Beschlagnahmen, Schnittfassungen und deutsche Auswertung interessieren
- Filmfreunde, die italienisches Genre-Kino historisch, ästhetisch und produktionstechnisch einordnen möchten
- Fans von Dead Ends Archive und großformatigen, bebilderten Archivbänden
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ISBN: 978-3-98578-097-6 (Hardcover) ISBN: 978-3-98578-098-3 (Softcover) ISBN: 978-3-98578-099-0 (Softcover S/W)
Titel: Das Italienische Exploitation-Kino – Vol. 1: Der Zombiefilm Vom Stiefel
Autor: Mike Blankenburg
Format: DIN A4
Seitenzahl: 160 Seiten
Erstveröffentlichung: 2026, 1. Auflage
FAQ
Handelt es sich um ein reines Fulci-Buch?
Nein. Fulci nimmt viel Raum ein, da „Woodoo“, „Ein Zombie hing am Glockenseil“ und „Über dem Jenseits“ zentrale Werke des italienischen Zombiefilms sind. Der Band behandelt aber auch Jorge Grau, Bruno Mattei, Umberto Lenzi, Joe D’Amato, Andrea Bianchi, Claudio Fragasso und weitere Namen der italienischen Genreproduktion.
Welche Filme werden behandelt?
Unter anderem „Das Leichenhaus der lebenden Toten“, „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“, „Zombies unter Kannibalen“, „In der Gewalt der Zombies“, „Porno Holocaust“, „Die Hölle der lebenden Toten“, „Großangriff der Zombies“, „Ein Zombie hing am Glockenseil“, „Über dem Jenseits“, „Die Rückkehr der Zombies“, „Zombie III“, „After Death“ und „Black Zombies“.
Geht es nur um Inhaltsangaben?
Nein. Die Inhaltsangaben bilden nur einen Teil des Buches. Der Band behandelt Produktionshintergründe, Darsteller, Regisseure, Spezialeffekte, Musik, Kameraarbeit, deutsche Synchronfassungen, Kino- und VHS-Auswertung, Zensurgeschichte, Titelvarianten und die Stellung der Filme innerhalb des europäischen Genrekinos.
Ist das Buch bebildert?
Ja. Es erscheint als bebilderter Dead-Ends-A4-Archivband mit farbigem Innenteil. Die Bebilderung dient der filmhistorischen, dokumentarischen und analytischen Einordnung.
Ist das Buch für Einsteiger geeignet?
Ja, sofern Interesse am Genre vorhanden ist. Der Band führt in die Entwicklung des italienischen Zombiefilms ein, liefert aber zugleich genug Tiefe für erfahrene Sammler und langjährige Fans.
Wird die deutsche Zensurgeschichte behandelt?
Ja. Indizierungen, Beschlagnahmen, gekürzte Fassungen, VHS-Veröffentlichungen und die deutsche Videothekenkultur sind wichtige Bestandteile des Bandes.
Ist das Buch offiziell von den Rechteinhabern lizenziert?
Nein. Es handelt sich um eine unabhängige filmhistorische Publikation innerhalb der Reihe Dead Ends Archive. Filmtitel, Marken und Bildmaterial werden zur Identifikation, Einordnung und Analyse der behandelten Werke genutzt.
Leseprobe & Inhaltsverzeichnis
Jetzt bestellen„Zwischen Voodoo-Insel, Friedhofsnebel, Großstadtseuche und Videothekenregal fand der italienische Zombiefilm seine eigene Sprache: roh, fiebrig, geschäftstüchtig und voller morbider Schönheit.“






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