Das Italienische Exploitation-Kino – Vol. 3: Der Giallo: Zwischen Lust und Tod, Teil 1: 1963–1971/72
Der Giallo – Gelb ist nur der Anfang
Schwarze Handschuhe, falsche Fährten und schöne Fassaden: Die Geburt einer der eigenwilligsten Filmwelten Europas
- Die Anfänge des Giallo von Mario Bava bis zur Genre-Welle der frühen 1970er-Jahre
- The Girl Who Knew Too Much und Blutige Seide als entscheidende Wegmarken
- Der Einfluss der deutschen Edgar-Wallace-Filme
- Lucio Fulci, Umberto Lenzi und Sergio Martino auf dem Weg zum klassischen Giallo
- Schwarze Lederhandschuhe, Masken, falsche Identitäten und subjektive Kameraperspektiven
- Edwige Fenech und die Frauenbilder des Genres
- Erotik, Voyeurismus, Misstrauen, Gewalt und gesellschaftliche Abgründe
- Vom italienischen Kriminalfilm zum Vorläufer des modernen Slashers
- Die Musik des Giallo: von Ennio Morricone und Bruno Nicolai bis Nora Orlandi
- Zahlreiche Filme, Hintergründe und filmhistorische Zusammenhänge
Gelb gab ihm seinen Namen. Schwarz wurde zur Farbe seiner Mörder. Der Giallo verband Kriminalfilm, Psychothriller, Horror und Erotik zu einer Filmwelt, in der schöne Oberflächen jederzeit Risse bekommen konnten.
Der Giallo – Zwischen Lust und Tod verfolgt die Entwicklung des Genres von Mario Bavas frühen Wegbereitern bis zur großen Welle der Jahre 1971/72. Mike Blankenburg untersucht Filme, Regisseure, Stars und wiederkehrende Motive – und zeigt, wie aus dem klassischen Krimirätsel ein Kino des Blicks, der Verführung und der Angst entstand.
📚 Was dich erwartet:
- Mario Bava und die Geburt des Giallo
Vom visuellen Illusionisten zum Wegbereiter eines neuen europäischen Genrekinos. - The Girl Who Knew Too Much & Blutige Seide
Zwei Filme, an denen sich beobachten lässt, wie aus Mystery, Kriminalfilm und Horror die charakteristische Giallo-Sprache entstand. - Edgar Wallace trifft Italien
Maskierte Täter, düstere Häuser, falsche Fährten und rätselhafte Morde: die Verbindung zwischen deutschem Gruselkrimi und italienischem Giallo. - Die Regeln eines Genres ohne Regelbuch
Schwarze Handschuhe, subjektive Kamera, unzuverlässige Wahrnehmung, Voyeurismus, Mordwaffen und die dramatische Enthüllung des Täters. - Lucio Fulci und Umberto Lenzi
Psychologische Spiele, Täuschung, Begehren und die zunehmende Wandlungsfähigkeit des Genres. - Sergio Martinos Giallo-Welt
Sexualität, Misstrauen, elegante Schauplätze und tödliche Geheimnisse – bis an die Grenze zum späteren Slasher. - Edwige Fenech und die Frauen des Giallo
Zwischen Objekt des Blicks, Opfer, Verdächtiger, Überlebender und eigener Handlungsmacht. - Männer, Masken und Mörder
Der männliche Täter, verborgene Identitäten und die Frage, welcher Mensch sich hinter dem Monster verbirgt. - Vom Giallo zum Proto-Slasher
Mario Bavas Im Blutrausch des Satans und die deutlichen Verbindungslinien zum späteren amerikanischen Slasherkino. - Der Klang des Giallo
Musik zwischen Eleganz, Erotik und Nervosität – mit Morricone, Nicolai, Nora Orlandi und weiteren prägenden Stimmen. - 1971/72: Das Genre nimmt Fahrt auf
Filme wie Der Killer von Wien, Der schwarze Leib der Tarantel, Der Schwanz des Skorpions, Blutspur im Park, Der Todesengel und Das Geheimnis der grünen Stecknadel zeigen, wie unterschiedlich der Giallo bereits zu Beginn seiner großen Phase sein konnte.
Gelb gab dem Giallo seinen Namen. Doch seine Filmwelt wurde von anderen Farben geprägt: vom Schwarz der Lederhandschuhe, vom Rot der Gefahr, von künstlichem Licht, tiefen Schatten und jener schillernden Oberfläche, hinter der sich Mord, Obsession und Misstrauen verbergen.
Mit Das italienische Exploitation-Kino Vol. 3 – Der Giallo: Zwischen Lust und Tod, Teil 1: 1963–1971/72 widmet sich Mike Blankenburg den entscheidenden frühen Jahren eines Genres, das den europäischen Thriller und Horrorfilm nachhaltig verändern sollte.
Die Reise beginnt bei Mario Bava. Seine Arbeit als Kameramann, Tricktechniker und Regisseur bereitete jene Bildsprache vor, die später zum Markenzeichen des Giallo wurde. The Girl Who Knew Too Much verband 1963 Kriminalfilm, Mystery und psychologische Unsicherheit auf neue Weise. Nur ein Jahr später führte Blutige Seide viele der später klassischen Merkmale zusammen: den anonymen Killer, schwarze Lederhandschuhe, elegante Schauplätze, voyeuristische Perspektiven und eine bewusst stilisierte Verbindung von Schönheit und Gewalt.
Doch der Giallo entstand nicht im luftleeren Raum. Ein eigenes Kapitel verfolgt die Verbindung zu den deutschen Edgar-Wallace-Filmen, deren geheimnisvolle Täter, düstere Anwesen, falsche Fährten und Gothic-Atmosphäre bereits ein europäisches Publikumsmodell für Kriminalrätsel mit Gruselfaktor geschaffen hatten.
Von dort führt der Weg zu Lucio Fulci, Umberto Lenzi und schließlich Sergio Martino. Ihre Filme zeigen, wie schnell sich der Giallo weiterentwickelte. Das Genre konnte Psychothriller, Erotik, Whodunit, Horror und gesellschaftliche Beobachtung miteinander verbinden. Seine Regeln waren nie vollständig festgeschrieben – und genau darin lag seine Stärke.
Der Band beschäftigt sich deshalb ebenso mit den wiederkehrenden Motiven des Genres. Warum wurden schwarze Handschuhe zu einem Symbol des anonymen Täters? Weshalb spielt die Wahrnehmung des Zuschauers eine so große Rolle? Was geschieht, wenn die Kamera plötzlich den Blick des Killers übernimmt? Und warum liegen im Giallo Schönheit, Erotik und Gewalt so häufig unmittelbar nebeneinander?
Auch die Frauen des Genres erhalten breiten Raum. Edwige Fenech steht dabei exemplarisch für jene widersprüchliche Position, die Frauen im Giallo einnehmen konnten: betrachtet und begehrt, bedroht und verfolgt – aber ebenso beobachtend, handelnd, verdächtig oder selbst gefährlich. Das Buch untersucht diese Ambivalenz ebenso wie die männlichen Täterfiguren und das wiederkehrende Spiel mit Masken, Identitäten und verborgenen Traumata.
Mit Im Blutrausch des Satans nähert sich der Giallo schließlich deutlich jener Filmform, aus der später der amerikanische Slasher entstehen sollte. Die Verbindung reicht von anonymisierten Killern und Verfolgungssequenzen bis zur subjektiven Täterperspektive und der besonderen Inszenierung einzelner Morde.
Doch der Giallo lebt nicht allein von seinen Bildern. Ein eigenes Kapitel widmet sich seiner Musik und den Komponisten, die Eleganz, Erotik und Angst miteinander verbanden. Ennio Morricone, Bruno Nicolai, Nora Orlandi und weitere Musiker machten den Klang zu einem ebenso wichtigen Bestandteil des Genres wie Farbe, Kamera und Schnitt.
Der Giallo – Zwischen Lust und Tod erzählt damit nicht nur von Filmen und Mördern. Der Band zeigt, wie aus unterschiedlichen europäischen und amerikanischen Einflüssen eine eigenständige italienische Filmform entstand – ein Kino der Schönheit und des Misstrauens, der falschen Fährten und verborgenen Begierden.
Ein Kino, in dem der Zuschauer niemals ganz sicher sein kann, ob er gerade einen Hinweis entdeckt hat – oder bewusst in die falsche Richtung blickt.
Für wen ist das Buch bestimmt?
Für Filmfans, die sich nicht mit einer Liste bekannter Titel zufriedengeben.
Das Buch richtet sich an Liebhaber des italienischen Genre- und Exploitationkinos, Giallo-Sammler, Horror- und Thrillerfans sowie Leser, die wissen möchten, wo viele später selbstverständliche Motive des modernen Horrorkinos ihren Ursprung haben.
Auch wer bisher vor allem mit Slashern wie Halloween oder Freitag der 13. vertraut ist, findet hier die europäischen Entwicklungslinien, die dem amerikanischen Genre vorausgingen. Ebenso richtet sich der Band an Leser, die sich für Filmgeschichte, Regisseure, Schauspieler, Filmmusik, Bildgestaltung und die gesellschaftlichen Hintergründe des Kinos der 1960er- und frühen 1970er-Jahre interessieren.
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ISBN: 978-3-98578-711-1 (Hardcover) ISBN: 978-3-98578-712-8 (Softcover) ISBN: 978-3-98578-713-5 (Softcover S/W) ISBN: 978-3-98578-571-1 (Special Edition, nicht im Handel)
Titel: Das Italienische Exploitation-Kino – Vol. 3: Der Giallo – Zwischen Lust und Tod
Autor: Mike Blankenburg
Format: DIN A4
Seitenzahl: 152 Seiten
Erstveröffentlichung: 2026, 1. Auflage
FAQ
Was genau ist ein Giallo?
Der Begriff stammt ursprünglich von den gelben Umschlägen italienischer Kriminalromane. Im Kino entwickelte sich daraus eine eigenständige Verbindung aus Kriminalfilm, Mystery, Psychothriller, Horror und häufig auch Erotik. Typisch sind unbekannte Täter, falsche Fährten, subjektive Wahrnehmung und eine stark stilisierte Bildsprache.
Welchen Zeitraum behandelt dieses Buch?
Teil 1 konzentriert sich auf die Entstehung des filmischen Giallo ab 1963 und verfolgt seine Entwicklung bis in die Jahre 1971/72.
Geht es ausschließlich um einzelne Filme?
Nein. Neben ausführlichen Filmbetrachtungen behandelt das Buch auch die Entwicklung des Genres, seine wiederkehrenden Merkmale, Regisseure und Darsteller, Frauen- und Täterbilder, Filmmusik sowie Einflüsse aus anderen Filmtraditionen.
Welche Regisseure spielen eine zentrale Rolle?
Besonders ausführlich behandelt werden Mario Bava, Lucio Fulci, Umberto Lenzi und Sergio Martino. Dario Argentos früher Durchbruch wird im Zusammenhang mit der Entwicklung des Genres berücksichtigt; sein umfangreiches weiteres Giallo-Schaffen ist bewusst einem eigenen Band vorbehalten.
Was haben Edgar-Wallace-Filme mit dem Giallo zu tun?
Das Buch untersucht die auffälligen Berührungspunkte zwischen dem deutschen Gruselkrimi und dem frühen Giallo: geheimnisvolle Täter, Verkleidungen, Gothic-Atmosphäre, Krimirätsel, falsche Spuren und eine europäische Form des populären Spannungskinos. Dabei wird ausdrücklich keine einfache Kopie behauptet, sondern ein Geflecht verschiedener Einflüsse untersucht.
Welche Verbindung besteht zum Slasher?
Viele später typische Slasher-Motive finden sich bereits im Giallo: anonymisierte Täter, subjektive Kameraperspektiven, Verfolgung, Stichwaffen und inszenierte Mordsequenzen. Besonders Mario Bavas Im Blutrausch des Satans bildet eine wichtige Brücke zwischen beiden Genres.
Leseprobe & Inhaltsverzeichnis
Jetzt bestellen„Im Giallo ist die Wahrheit selten dort, wo man sie vermutet. Aber der Tod ist meistens schon im Raum.“





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