Nackt und Zerfleischt – Ruggero Deodato und der Kannibalenfilm
Nackt & Zerfleischt – Ein Archiv-Dossier über Ruggero Deodato und den Kannibalenfilm
Zwischen Mondo-Schock, Exploitationkino und filmhistorischer Grenzüberschreitung
Ein Band über eines der kontroversesten Subgenres des europäischen Genrekinos:
- Der italienische Kannibalenfilm der 1970er- und 1980er-Jahre
- Ruggero Deodatos Cannibal Holocaust und seine Wirkungsgeschichte
- Mondo-Kino, Found Footage, Medienkritik und filmische Provokation
- Tiersnuff, Zensur, Verbote und Video-Nasty-Debatten
- Ein bebildertes Archiv-Dossier mit farbigem Innenteil
Nackt & Zerfleischt widmet sich einem der radikalsten Randbereiche der Filmgeschichte. Der Band untersucht den italienischen Kannibalenfilm zwischen Mondo-Tradition, Abenteuerkino, Exploitation und Schockästhetik. Im Zentrum steht Ruggero Deodatos Cannibal Holocaust, ein Werk, das bis heute zwischen Kultstatus, Ablehnung, Ekel und filmhistorischer Faszination steht.
📚 Was dich erwartet:
- Fleischeslust – Der Kannibalenfilm
Eine Einordnung des Genres zwischen Abenteuerfilm, Mondo-Kino, Splatter, Exploitation und anthropologischer Schein-Dokumentation. - Das große Fressen – Filmografie klassischer Genre-Beiträge
Ein Überblick über zentrale Kannibalenfilme, ihre Herkunft, Regisseure, Stoffe und Produktionszusammenhänge. - Roh und blutig – Streifzug durch die grüne Hölle
Eine Reise durch die wichtigsten Werke, Motive, Regisseure und Auswüchse des Subgenres – von Umberto Lenzi über Joe D’Amato bis Jess Franco. - Cannibal Holocaust – Nackt und Zerfleischt
Die ausführliche Betrachtung von Ruggero Deodatos berüchtigtem Hauptwerk, seiner Erzählweise, seiner Gewaltästhetik und seiner nachhaltigen Wirkung. - Anthropologie, Inszenierung und mediale Täuschung
Ein Blick auf die pseudo-dokumentarischen Strategien, die das Genre nutzte, um Realität, Fiktion und Voyeurismus ineinander zu verschieben. - Besetzung, Dreharbeiten und Todesgerüchte
Hintergründe zu Darstellern, Produktionsbedingungen, Drehorten und den Mythen, die den Film über Jahrzehnte begleitet haben. - Tiersnuff im Kannibalenfilm
Eine Auseinandersetzung mit dem wohl problematischsten Aspekt vieler Genre-Beiträge: realer Tierquälerei als Teil filmischer Provokation. - Ruggero Deodato, Gianfranco Clerici, Sergio D’Offizi und Riz Ortolani
Porträts wichtiger Beteiligter, die das Gesicht von Cannibal Holocaust prägten. - Resonanz, Verbote und Video Nasties
Die Nachgeschichte eines Skandalfilms zwischen Zensur, Beschlagnahmung, Kultstatus und filmhistorischer Neubewertung.
Der italienische Kannibalenfilm gehört zu den radikalsten und widersprüchlichsten Erscheinungen des europäischen Genrekinos. In den 1970er- und 1980er-Jahren entstand ein Subgenre, das Abenteuerfilm, Mondo-Kino, pseudo-anthropologische Behauptung, Splatter, Sexploitation und dokumentarisch anmutende Schockstrategie miteinander verband. Seine Schauplätze lagen meist in südamerikanischen oder asiatischen Regenwäldern, seine Erzählmuster folgten häufig westlichen Figuren, die in fremde Kulturen eindringen und dort mit Gewalt, Ritualen, Kannibalismus und der eigenen moralischen Verrohung konfrontiert werden.
Nackt & Zerfleischt – Ruggero Deodato und der Kannibalenfilm untersucht dieses Genre als filmhistorisches Grenzgebiet. Im Mittelpunkt steht Deodatos Cannibal Holocaust, der in Deutschland unter dem Titel Nackt und zerfleischt bekannt wurde. Der Film verband drastische Gewalt, reale Tierquälerei, pseudo-dokumentarische Erzählformen und frühe Found-Footage-Elemente zu einem Werk, das Zensurbehörden, Gerichte, Kritiker und Zuschauer gleichermaßen herausforderte.
Dabei nähert sich der Band dem Film nicht als bloßem Skandalobjekt. Er fragt nach der Struktur seiner Wirkung, nach seiner Nähe zum Mondo-Kino, nach dem Verhältnis von Medienkritik und Ausbeutung, nach der Darstellung indigener Kulturen, nach der Rolle des Voyeurismus und nach den moralischen Grenzen filmischer Provokation. Cannibal Holocaust erscheint hier als verstörendes Schlüsselwerk, das die Mechanismen des Schockkinos offenlegt und zugleich selbst tief in ihnen verstrickt bleibt.
Neben Deodato widmet sich das Buch zentralen Regisseuren und Figuren des Genres, darunter Umberto Lenzi, Joe D’Amato, Jess Franco, Robert Kerman, Ivan Rassimov und Me Me Lai. Auch die Produktionsbedingungen, die Dreharbeiten, die berüchtigten Todesgerüchte, die Debatten um Tiersnuff, die Zensurgeschichte und die Video-Nasty-Ära werden ausführlich behandelt.
So entsteht ein düsteres Archiv-Dossier über ein Kino, das bis heute polarisiert. Ein Kino, das abstößt und fasziniert, das Schund und Zeitdokument zugleich sein kann, das Grenzen verletzt und gerade dadurch sichtbar macht, wo diese Grenzen verlaufen.
Für wen ist das Buch bestimmt?
Dieses Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die das extreme Genrekino nicht als bloße Provokation betrachten, sondern als Teil einer widersprüchlichen Filmgeschichte. Es eignet sich für Sammler, Horrorfans, Filmhistoriker, Exploitation-Interessierte und alle, die verstehen möchten, weshalb ein Film wie Cannibal Holocaust bis heute verstört, fasziniert und Debatten auslöst.
Der Band ist besonders geeignet für:
- Fans des italienischen Genre- und Exploitationkinos
- Sammler von Horrorfilm- und Kultfilm-Literatur
- Leser, die sich für Zensurgeschichte und Video-Nasty-Debatten interessieren
- Filminteressierte, die sich mit Grenzbereichen des Kinos beschäftigen
- Menschen, die Cannibal Holocaust nicht nur als Schockfilm, sondern als filmhistorisches Phänomen einordnen möchten
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Softcover: 19,99 € (ISBN: 978-3-98578-282-6) Hardcover: 29,99 € (ISBN: 978-3-98578-281-9)
Titel:Nackt und Zerfleischt – Ruggero Deodato und der Kannibalenfilm
Autor: Mike Blankenburg
Format: DIN A5
Seitenzahl: 120 Seiten
Druck:
- Hardcover auf 150gr Papier in Farbe
- Softcover auf 150gr Papier in Schwarz-Weiß
FAQ
Worum geht es in Nackt & Zerfleischt?
Das Buch untersucht den italienischen Kannibalenfilm der 1970er- und 1980er-Jahre und stellt Ruggero Deodatos Cannibal Holocaust in den Mittelpunkt. Behandelt werden unter anderem Genregeschichte, Produktionskontexte, Mondo-Einflüsse, Found-Footage-Elemente, Zensur, Tiersnuff und die Wirkung des Films.
Ist das Buch nur eine Besprechung von Cannibal Holocaust?
Nein. Cannibal Holocaust bildet zwar den Schwerpunkt, der Band betrachtet aber auch das Genreumfeld: Mondo-Kino, Umberto Lenzi, Joe D’Amato, Jess Franco, zentrale Kannibalenfilme, Darsteller, Kontroversen und die Video-Nasty-Ära.
Ist das Buch bebildert?
Ja. Es handelt sich um eine bebilderte Archiv-Ausgabe mit farbigem oder schwarz-weißem Innenteil.
Verherrlicht das Buch Gewalt oder Tierquälerei?
Nein. Der Band behandelt diese Aspekte aus filmhistorischer und kritischer Perspektive. Gerade der reale Tiersnuff im Kannibalenfilm wird als problematischer Bestandteil des Genres thematisiert.
Für wen ist das Buch nicht geeignet?
Wer eine leichte Horrorfilm-Empfehlung oder reine Fan-Unterhaltung sucht, wird hier wahrscheinlich nicht glücklich. Das Buch beschäftigt sich mit einem extremen, kontroversen und teils schwer erträglichen Bereich der Filmgeschichte.
Muss man die Filme kennen, um das Buch zu verstehen?
Nein. Vorkenntnisse helfen, sind aber nicht zwingend erforderlich. Der Band ordnet die Filme, Regisseure und historischen Zusammenhänge verständlich ein.
Warum ist Cannibal Holocaust bis heute so umstritten?
Der Film verbindet drastische Gewaltdarstellung, reale Tiertötungen, sexuelle Gewalt, pseudo-dokumentarische Inszenierung und medienkritische Elemente. Dadurch steht er bis heute zwischen Kult, Ablehnung, Zensurgeschichte und filmwissenschaftlicher Diskussion.
Jetzt bestellen„Der Kannibalenfilm war nie nur Dschungel, Blut und Schock. Er war auch ein Spiegel jener Schaulust, die das Kino selbst so gefährlich macht.“






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